Fachworkshop zu Blockchain und Mobilität beim BMVI

Teilnehmer des Workshop zum BMVI Gundgutachten Distributed-Ledger-Technologie - DLT (BMVI)

Teilnehmer des Workshop zum BMVI Gundgutachten Distributed-Ledger-Technologie (DLT) –  (Fraunhofer FIT)

Auf Einladung vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) haben in Berlin führende Unternehmen aus dem Automobilsektor, zusammen mit Verbänden und Dienstleistern der Branche, die Potentiale der Blockchain für den Mobilitätssektor diskutiert.

Zusammen mit ausgewählten Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen der Automotive-Branche, dem Technologiebereich und der Wissenschaft wurden am 23. Oktober, auf einem Expertenforum in Berlin, Einsatzszenarien und Herausforderungen für Distributed-Ledger-Technologien (DLT), wie die Blockchain, diskutiert.

Die von den Experten besprochenen Konzepte und Fragestellungen, rund um das Thema Blockchain im Automotive- und Mobilitätssektor, lassen sich auf einige besonders markante Kernpunkte verdichten.

Es fehlt an Klarheit und Vertrauen

Die verschiedenen Aspekte wie Daten-Schutz, Zuverlässigkeit bzw. Performanz und nicht zuletzt auch die immer noch fehlende Verbindlichkeit, wenn es beispielsweise um digitale Signaturen geht, machen deutlich, warum das Thema „Vertrauen in die Technik“ auch weiterhin eine zentrale Rolle in der Betrachtung und Beurteilung der Blockchain spielt.

Auch die mangelnde Klarheit in Puncto Datenhoheit, sowie die bisher noch fehlenden Strategien für Daten-Governance, stellen aus Sicht der Blockchain-Experten, weiterhin die stärksten Hinderungsgründe für den Einsatz von Distributed-Ledger Technologien im Bereich Automotive dar.

„Bei einer weiterhin teilweise unklaren, fehlenden und in der Vergangenheit nicht auf moderne Technologien ausgelegten Gesetzeslage, werden es DLT bzw. Blockchain Lösungen in Deutschland schwerer haben als im europäischen Ausland.“ Steve Stein (Innovation & Digital Strategy, ETECTURE)

Besonders interessant gestaltet sich auch die Diskussion über die Frage des Umgangs mit Daten über Daten, den sogenannten „Meta-Daten“. Diese sollen, im Zusammenspiel mit Big Data und machine Learning (ML), das Ableiten von neuen und optimierten Geschäftsprozessen ermöglichen. Da allen teilnehmenden Parteien einer Blockchain diese Daten letztendlich zur Verfügung stehen, müssen diese bei der Verwendung von Distributed-Ledger Technologien im Automotive Bereich, daher auch komplett neu bewertet werden.

Austausch echter Experten mit praktischen Erfahrungen wichtig

Die Automobilindustrie sieht diese und andere Herausforderungen aber ebenso als Chance – z.B. in der Logistik – an. So werden hinsichtlich des Einsatzes von DLT auch immer wieder neue Formen der Zusammenarbeit in Netzwerkorganisationen und Konsortien als Möglichkeit angesehen, um den Aufwand und das damit verbundene Risiko bei der Umsetzung einer Strategie über die Blockchain zu vermindern.

In der Automobilindustrie hat schon seit einiger Zeit ein Umdenken begonnen – es wird verstärkt auf das Verhindern von Monopolbildungen durch Plattformbetreiber geachtet. Standardisierung und Interoperabilität werden hierbei als Chance und Triebfeder verstanden. Hilfreich für diese Bestrebungen ist der enge Austausch zwischen den Blockchain-Experten. In solchen Konstellationen können praktische Erfahrungen vermittelt und Ansätze und Strategien zum Thema Distributed-Ledger Technologien diskutiert werden.

Eine wichtige und willkommene Anregung für neue Geschäftsmodellen bieten auch Referenzimplementierungen, wie beispielsweise die Umsetzung eines Proof-of-Concept (POC) für eine Supply Chain aus dem Bereich Automotive, die von ETECTURE mittels Ethereum für den Logistikdienstleister MOSOLF durchgeführt wurde. Solche Beispiele und Erfolgsstories können helfen, das Thema Blockchain auch in anderen Unternehmen stärker in die Diskussion zu bringen.

Neue Geschäftsmodelle brauchen Beratung

Die Suche nach neuen Geschäftsmodellen für die Blockchain bzw. der Beweis deren Praxistauglichkeit ist, nach Ansicht der Experten, ebenfalls auf eine intensivere Beratung der Dienstleister angewiesen. Ideen wie Sharing Economy oder Tokenization sind den Managern und Verantwortlichen im Automotive Sektor zwar im Kern bekannt, Fragen bezüglich deren konkreter Umsetzbarkeit lassen sich aber zumeist nur von erfahrenen Dienstleistern beantworten, die sich mit der Implementierung entsprechender Speziallösungen auskennen.

Als Blockchain-Experte und plattformunabhängiger Anbieter individueller Softwarelösungen unterstützt und berät ETECTURE Unternehmen aus dem Automotive Bereich von der strategischen Konzeption bis hin zur Umsetzung – das nicht nur zum Thema Blockchain, sondern auch zu vielen anderen Technologien.

Steve Stein

Über Steve Stein

Steve Stein ist verantwortlich für Innovation & Digital Strategy, bei ETECTURE einem Beratungs- und Entwicklungsunternehmen für individuelle, maßgeschneiderte Software & Services. Zu seinen Schwerpunkten gehören: Innovationsthemen (von digitaler Transformation, über Digital Business, hin zu disruptiven Innovationen), Digital Experience (von Usability, über ganzheitliches Benutzererlebnis, hin zur gesamten Digitalen Präsenz) und Blockchain/DLT (mit Vertrauen, Offenheit, Fälschungssicherheit durch Smart Contracts und Automation zur nächsten digitalen Revolution).