The Race is on: Auch VW richtet den Fokus auf die Digitalisierung

Johann Jungwirth - CDO Volkswagen AG - auf dem Genfer Automobilsalon 2016 (Volkswagen AG)

Johann Jungwirth – CDO Volkswagen AG – auf dem Genfer Automobilsalon 2016 (Volkswagen AG)

Das Wettrennen der Automobilhersteller bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle nimmt weiter Fahrt auf. Drei neue „Volkswagen Group Future Center“ sind das Ergebnis der fortschreitenden Digitalisierung, die auch bei Volkswagen immer stärker in den Fokus rückt. Die drei neuen Think-Tanks werden in Asien, Kalifornien und Europa zu finden sein, wie der VW-Chef Matthias Müller bei dem Konzernabend in Genf ankündigte.

Neue Konzernstrukturen für das digitale Zeitalter

Müller begründet seine Entscheidung im Wortlaut folgendermaßen: „Wir stellen unser Konzerndesign für das digitale Zeitalter neu auf“. Zeitgleich möchten VW auch im Bereich des autonomen Fahrens neue Konzepte in Angriff nehmen, um sich möglichst frühzeitig einen wertvollen Vorsprung gegenüber Konkurrenten sichern zu können. Beide Entscheidungen heben deutlich hervor, dass sich VW für die neuen Möglichkeiten durch das digitale Zeitalter wappnen möchten. Der VW-Chef samt Vorstand sieht hier nicht nur neue Geschäftsfelder, sondern auch weitere Umsatzpotentiale, um den eigenen Konzern nachhaltig zu stärken.

Die digitale Welt soll dafür mit dem klassischen Automobilsektor stärker verknüpft und Synergien weiter hervorgehoben werden. Müller betont dazu: „Für den Volkswagen Konzern rückt die digitale Transformation deshalb ganz nach oben auf der Agenda“. Die digitale Komponente soll mit Automobilen so verknüpft werden, dass sowohl die Gesellschaft, Wirtschaft als auch die direkten Kunden stärker davon profitieren können. Unter dem Motto „Wir wollen den Wandel, wir treiben ihn voran“ beweist VW Voraussicht. Ein gutes Auto zu bauen reicht allein nicht mehr aus, um wirklich an der Spitze der Industrie mithalten zu können.

VW möchten mehr, als „nur“ Autos bauen

Der digitale Bereich wird bei VW seit dem November 2015 durch Johann Jungwirth betreut. Dieser hat für das Unternehmen selber zum Ziel auserkoren, schon bis zum Jahr 2025 zum führenden Anbieter für Mobilität zu werden. Dafür werden auch intern neue Strukturen festgelegt, bei denen VW fortan nicht mehr nur als Autobauer in Erscheinung tritt, sondern auch eigene Abteilungen für Software und weiterführende digitale Services unterhält. Das Ergebnis ist eine stärkere Verzahnung beider Seiten, von der letztlich die Autos selber profitieren sollen.

In den neu eröffneten Future Centers sollen Experten aus den Bereichen Design und Digitalisierung Hand in Hand an neuen Konzepten und zukunftstauglichen Visionen arbeiten. Verbesserungen dürfen Kunden beim Interface-Design, der Bedienlogik und dem gesamten Fahrerlebnis feststellen. Das europäische Center in Potsdam wurde bereits eröffnet, für China und Kalifornien werden zeitnah Standorte bestimmt.

Weiterhin sollen umweltschonende Elektroautos bis 2020 stärker in den Fokus geraten – hier sind bis zu 20 neue Modelle geplant. Müller verspricht dazu abschließend: „Rein elektrische Reichweite von mehr als 500 km sind bis Ende des Jahrzehnts machbar. Die Ladezeiten werden auf die Dauer einer Kaffeepause sinken.“

Hier ein Vortrag von Johann Jungwirth auf dem Genfer Automobilsalon 2016. Ab Minute 18:00 wird es interessant. Dort stellt CEO Matthias Müller den neuen CDO Johann Jungwirth vor.

Letzten Monat hatte eine Studie von Batten & Company den OEMs bescheinigt, das die Digitale Transformation langsam in Gang kommt. Hier drei weitere Studien zum Thema Digitalisierung & Automotive:

Volker Liedtke

Über Volker Liedtke

Volker Liedtke ist Interims-Manager und Berater für Digital Marketing. Bei Porsche beschleunigte er die Digitale Transformation der Unternehmenskommunikation. Bei Daimler verantwortete er den Aufbau des Mobile Marketing. Bei Audi relaunchte er das globale Markenportal www.audi.de. Bei GM/Opel entwickelte er die Cross Channel Strategie. Als Experte für Automotive Marketing ist er spezialisiert auf Digitale Transformation im Kommunikationsbereich. Mehr...

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