Car Configurator als Standalone-App. Ein Erfolgskonzept!?

Audi Konfigurator App

Audi Konfigurator App (Foto Audi)

Genau ein Automobilhersteller bietet den Konfigurator als eigenständige Apps an. Jeweils auf den Kanälen Smartphone und Tablet. Bei Daimler hatten wir uns diesen Ansatz von Audi genau angeschaut und versucht zu bewerten. Wir waren skeptisch, insbesondere ich, und wir haben uns getäuscht.

 

 

 

 

 

Inzwischen ist jedem OEM klar geworden, was die Top-Automotives schon seit ca. 5 Jahren wussten: Der Automobilkonfigurator ist ein Herzstück der digitalen Kommunikation – wenn nicht DAS Herzstück. Und wenn die digitale Kommunikation die Führerschaft unter den Kommunikationsdisziplinen übernimmt, dann steht der Konfigurator folgerichtig ganz oben auf der Liste der strategisch wichtigen Projekte des Automobilmarketings, und in der Budgetplanung.

Audi Car Configigurator auf allen 3 Plattformen

Audi’s DTM-Fahrer mit dem Car Configurator auf den 3 Plattformen Smartphone, Desktop und Tablet. (Foto Audi)

Ich betrachte Audi als den Vorreiter in der digitalen Kommunikation im Automotivebereich. Nur bei einem Audi-Projekt war ich skeptisch, ob es tatsächlich so richtig flutscht. Anfang 2011 begann Audi den Konfigurator aus der Website herauszulösen und als eigenständige Konfigurator-App für Smartphones und Tablets anzubieten. Wir fragten uns: Kann das funktionieren? Wo sind die Detailinfos zu den Modellen? Wo bleibt die Marke? Wo sind vernünftige Anschlussoptionen? Und wenn man das alles sinnvoller Weise wieder hinzufügt, landet man dann nicht zwangsläufig bei der (fast) full-feature Mobile Website? Und wo wäre dann der Mehrwert der Apps?

Die Fragen waren berechtigt. Aber anscheinend für den Endkunden unwichtig. Die Usability- und Geschwindigkeitsvorteile der Apps überstrahlen anscheinend alle Bedenken. Wer die Apps insbesondere auf dem Tablet ausprobiert, der wird begeistert sein von der Geschwindigkeit und Eleganz der Applikation. Hier steht die Konfiguration ganz klar im Vordergrund, und das macht die App ausgezeichnet.

Ein weiterer Vorteil ist die zusätzliche Reichweite, die man mit einer neuen Interpretation der mobilen Kanäle oben drauf packt. Zudem kann die App bis zu einem gewissen Grad auch offline funktionieren. Eine knifflige Endscheidung, wo man die Grenze zwischen Offline-Inhalten und dynamischen Inhalten zieht. Ladezeit der App und Aktualität der Inhalte gehen in die Entscheidung mit ein, wo ein vernünftiger Kompromiss liegt. Leider fordert die App schon sehr früh im Konfigurationsprozess eine Online-Verbindung. Ich hätte mit für eine genussvolle Konfiguration, z.B. auf Reisen, mehr „Offline“ gewünscht. Das wäre dann auch ein mögliches Kriterium zur Abgrenzung gegenüber dem K auf den Websites.

Das Konzept scheint so gut zu funktionieren, dass Audi die Apps über separate Teaser bewirbt. Inzwischen ist Audi bei der Version 1.3 angekommen. Die Apps sind damit Gegenstand der Philosophie des „Continuous Improvements“, die sich langsam in der gesamten digitalen Kommunikation der OEMs durchsetzt.

Aber nicht nur Audi schätzt den Wert des Konfigurators immer höher ein. Auch BMW stößt ins selbe Horn. Bei BMW habe ich vor kurzem die ersten TV-Spots gesehen, die den Konfigurator als Schlüsselelement vorstellten. Bemerkenswert.

An alle OEMs, die jetzt über Konfigurator-Apps nachdenken sollten: Die Konfigurator-App auf dem Tablet ist auch hervorragend als Grundlage für eine Sales-App im Showroom geeignet. Tolle Synergie!

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Volker Liedtke

Über Volker Liedtke

Volker Liedtke ist Interims-Manager und Berater für Digital Marketing. Bei Porsche beschleunigte er die Digitale Transformation der Unternehmenskommunikation. Bei Daimler verantwortete er den Aufbau des Mobile Marketing. Bei Audi relaunchte er das globale Markenportal www.audi.de. Bei GM/Opel entwickelte er die Cross Channel Strategie. Als Experte für Automotive Marketing ist er spezialisiert auf Digitale Transformation im Kommunikationsbereich. Mehr...

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