Virtual Showroom. Autos werden künftig digital(er) verkauft.

Audi City Metropolis Cyberstore in London (Quelle: Audi)

Audi City Metropolis Cyberstore in London (Audi)

Der Virtual Showroom steht bei den OEMs ganz oben auf der Agenda des Automobilmarketings. Egal, ob sie Ihn ePOS, Showroom Experience, Virtual Concept Store oder Visionary Store nennen. Es geht immer um das Gleiche: Die Verknüpfung von Markenerlebnis und Retail auf einem neuen, hohen Niveau.

Das Vehikel ist die digitale Kommunikation. Ein weitere Schritt einer unaufhaltbaren Entwicklung: Autos werden künftig digital verkauft. Klassische Werbung wird eine Nebenrolle spielen.

Mit der Eröffnung des Audi City Metropolis Cyberstore’s in London im Sommer 2012 hat die Idee, Markenerlebnis und Retail miteinander zu verknüpfen, seine Fortsetzung im Automobilmarketing gefunden.

Eine kleine Revolution, denn bisher haben sich die OEMs diesem Thema gegenüber eher konservativ gezeigt. Durch das Boomen des Multi Channel Marketings und sinkende Infrastrukturpreise kommt jetzt Schwung in die Sache. Bis 2015 hat Audi bereits für 20 Städte die futuristischen Stores vorgesehen. Doch die Konkurrenz schläft nicht, Hersteller wie BMW und Mercedes nehmen Anlauf zum Überholen.

Damals schwärmte noch ein begeisterter Peter Schwarzenbauer voller Stolz über das einzigartige, so noch nie erfahrene Erlebnis, das den Verbraucher im  Audi City Cyberstore in der Londoner Piccadilly Street erwartet. Wo sonst ein gewöhnliches Audi-Forum seinen Platz hatte, wurde auf Understatement komplett verzichtet: Im Audi City Metropolis Cyberstore kann auf wenig Platz alles gezeigt werden, was der Automobilhersteller zu bieten hat. Das Interieur mit all den technischen Raffinessen, wie zum Beispiel ein Bildschirm der mit Hilfe von Sensoren durch menschliche Bewegung gesteuert wird, erinnert ein wenig an ein Raumschiff. Mit high-definition Video Screens, Pads und ganzen Screen -Tables wird das Erlebnis intensiviert und bis in die kleinsten Ecken möglich gemacht.

Doch auch bei anderen Automobilherstellern hat sich der Vertrieb stark geändert und zeigt sich modern und progressiv: Beispiele hierfür sind Mercedes und BMW. BMW plant das „Future Retail Concept“ und will dem Verbraucher statt eines Verkäufers auf Provisionsbasis, ein sogennantes „Product Genius“ mit Fixgehalt gegenüberstellen, was festgefahrene Muster durchbricht und für mehr Vertrauern sorgt. Dieser wird den Verbraucher dann in die BMW Markenwelt einführen.

BMW i3 Concept im neuen i-Store von BMW (Quelle: BMW)

BMW i3 Concept im neuen i-Store von BMW (BMW)

Bei Mercedes Benz ist es der „Visionary Store“, der zusammengefasst auf dem Display des iPads die ganze Mercedes-Produktwelt in allen Varianten darbietet und so  Vorstellungen binnen kürzester Zeit visualisieren kann. Für Fans von Produktkatalogen und Lackpröbchen hat Mercedes sich natürlich auch was einfallen lassen: das Ergebnis des Ausflugs in die Cyberwelt kann selbstverständlich festgehalten werden – wie eine Art „Pröbchenkatalog“ wird es via Facebook, Twitter oder auch anderen sozialen Kanälen mit allen Freunden geteilt. Natürlich bietet diese Entwicklung auch reichlich Nährboden für Fragen: Wozu sind virtuelle Autohäuser gut? Was macht sie aus und welche Entwicklung streben sie an?

Tesla modernisiert Showrooms in Frankfurt und München (Quelle: Tesla)

Tesla modernisiert Showrooms in Frankfurt und München (Tesla)

Der Managing Director der Audi-Agentur Razorfish Deutschland Tom Acland, beschreibt es als eine „fantastische Progression der Inszenierung der Produkt- und Markenwelten zum grenzenlosen Erlebnisraum zwischen Kunde, Handelspartner und Marke.“ Durch die Cyberstores kann der Online-Auftritt des Automobilherstellers gefördert und mit einer urbanen Top-Lage zusätzlich unterstützt werden. Außerdem kreuzen sich auch Konfigurator und Autohaus, deswegen lässt sich bequen die Brücke zum Online-Auftritt schlagen.

Ich persönlich denke, dass diese Entwicklung zunächst sehr einfach betrachtet werden kann: Fakt ist, dass nicht alle Modelle eines Automobilherstellers in den Autohäusern ausgestellt und damit präsentiert werden können, deshalb ist es natürlich praktischer mehr auf wenig Raum zeigen zu können.

Screen -Tables als Teil des raffiniert aufwendigen Interieurs (Quelle: Audi)

Screen -Tables als Teil des raffiniert aufwendigen Interieurs (Audi)

Auf den zweiten Blick jedoch zeigt sich die Ganzheitlichkeit der Idee: Die digitale Präsentation macht es möglich, dass stationäre und Online-Beratung ineinander greifen und dem Verbraucher somit ein maximales Verkaufsergebnis bieten. Audi ist natürlich als Vorreiter besonders auffällig. Hinzu kommt, dass bereits aus eigigen Marken auch Internet-Marken geworden sind: Tesla zum Beispiel kann man im Netz konfigurieren und dann online kaufen, ganz ohne Probefahrt. Den vollständigen Artikel im PDF-Format gibt’s hier: Nur gucken, nicht anfassen. (Quelle: HORIZONT vom 11. April 2013).

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