Telematics 2012: Update aus Detroit

Telematics 2012: Update aus Detroit

Interessantes Event: 1.800 Automotives unter einem Dach. Und alles dreht sich ums vernetzte Fahrzeug… (Foto Telematics 2012)

Gestern abend ist die Telematics 2012 in Detroit gestartet; mein Kollege Andreas Schürkmann und ich, wir sind sehr gespannt, welche Schwerpunkt und Trends die Connected Car Branche setzt (und natürlich, ob sich dies mit unseren Wahrnehmungen und Vorschlägen deckt)

Auftakt machte die Preisverleihung der TU Awards, die in diesem Jahr in zehn Kategorien vergeben wurden. Vorab sei gleich verraten: ja, Assisted Driving und Infotainment SIND die zentralen Themen…

Bestes Aftermarket Device: Das Rennen machte der digitale Rückspiegel FMV von Onstar, der nicht nur ein sprachgeführtes Navi, sondern auch Assisted Drive Experience bietet, also bei einer Panne Hilfe holt oder dank Bluetooth-Konnektivität als Fernsprechanlage funktioniert. Das Ganze funktioniert in jedem Auto (kann also nachgerüstet werden), und… im Abo. Clever!

Best Automotive App Award: der Preis ging an Airbiquity. Das sind die Jungs aus Seattle, die nicht nur  Infrastrukturen für Connected Vehicles entwickeln. Sondern auch mobile Endgeräte nahtlos ins inCar-Device einbinden. Und dafür gabs dann die Trophäe.

Der Preis für die beste Navigationslösung ging an Telenav für Scout. Weil: Scout ist die erste Navigationslösung, die personalisiert und personalisierbar arbeitet. Und mir ein Dashboard für s Management meiner Routen und POIs bietet. Und angebunden ist an soziale Netzwerke. Und Targeting erlaubt. Und , und, und…

Best Content Aggregator ist laut Meinung der Jury TuneIn,  weil damit weltweit (!) alle angeschlossenen Radiosender verfügbar werden. Egal, ob ich mit dem Auto durch die USA oder in Italien fahre, meine Lieblingsstation fährt mit mir – ganz egal, auf welcher Frequenz er offline funkt, ich höre, wen und was und wo ich will.

Den Telematics Safety & Security Award teilen sich Mobileye und Onstar. Mobileye haben das „Advanced DrIver Assistance System“ entwickelt, dessen künstliche Intelligenz die frontale Situation eines Autos in Echtzeit analysiert, Gefahrenmomente rausrechnet und den Fahrer warnt, wenn‘s brenzlig wird (BMW, Volvo und GM zum Beispiel setzen dieses dritte Auge z.T. schon ein). Und zu Onstar, der umfangreichen GM Telematiklösung, brauch ich ja nichts hinzuzufügen (außer vielleicht, dass ich‘s klasse finde, mit ner App aufs Auto „zuzugreifen“).

Im B2B-Bereich ist Networkfleet zu Hause, die mit ihrer Lösung einen 360° Blick und damit die Rundumverwaltung von Flotten ermöglichen (von CarHealth über Leistung- und Verbrauchsdaten bis zum Standort); dafür gab‘s den Best Telematics Service for Commercial Vehicles Award  (das Sparpotential für eine solche integrierte  Lösung ist in der Tat gewaltig).

Als bester Telematics Service Provider wurde Hughes Telematics ausgezeichnet, die ja seit Jahren bei allen großen OEMs im Spiel und Wegbereiter für neue Dienste sowie inCar-Funktionen sind. Für den Fahrer bringen die je nach OEM entsprechend gebrandeten Lösungen mehr Sicherheit, für den Hersteller mehr Umsatz (Stw. Abo…) und mehr Kundenbindung  (Stw. Service, Profile).

Audi stellt alle anderen Hersteller in Sachen Infotainment in den Schatten: Der Infotainment Solution Award wurde für Audi Connect verliehen, weil die Offenheit bzgl. der Angebote und vor allem die perfekte Online-Integration vorbildlich gelungen ist. Audi Connect gibt es zwar „schon“ seit 2011, aber Besseres hat bislang niemand im Programm, so unisono die Juroren.

Als bester Newcomer der Branche wurde UI Evolution gelobt: Auch hier liegt der Fokus auf der Integration von inCar-, inHome- und inHand-Device, aber eben nicht nur aus technischer Sicht (genauer: HTML5), sondern auch aus Sicht der Usability (z.B. bietet Toyota Entune eine über alle Oberflächen hinweg konsistente UX). Das freut den Nutzer; und freut sich der Nutzer, freut sich die Marke.

Bleiben wir bei den Menschen: all die Innovationen sind natürlich undenkbar ohne Macher mit Visionen, die qua Kraft und Überzeugung durchboxen, was ansonsten womöglich in den komplexen Entscheidungsprozessen von Unternehmen hängenbleibt. Mit dem Telematics Leadership Award wurden dafür ausgezeichent Johann Jungwirth (Mercedes-Benz R&D North America) und Doug van Dagens (Connected Service Solutions Ford).

Soviel für den Moment. Beste Grüße aus Michigan!

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