Die Zeichen der Zeit stehen auf Social – Teil I: The Social Individual.

Die Power von Social Media
Als ich 2007, während meines BWL-Studiums, begann, mich bewusst mit “Social Media” aus Sicht der Unternehmen zu beschäftigen, konnte ich ehrlich gesagt noch nicht ahnen, dass ich – natürlich bedingt durch viele Faktoren in meinem Leben – irgendwann den Sinn dahinter erkennen würde.
Und nicht nur den Sinn hinter Social Media…sondern auch meinen ganz eigenen Sinn.

Deswegen möchte ich mit dieser Artikelserie das Thema Social Media ganzheitlich und aus meiner persönlichen Sichtweise betrachten, mit dem Ziel, die Power hinter diesem digitalen Phänomen aufzuzeigen. Welchen Einfluss es auf Individuen, die Gesellschaft, die Medien, die Politik und ebenso auf Unternehmen hat und haben wird.

Wie ist der Artikel aufgebaut?

Ein Teilphänomen von Social Media ist das Crowd-Sourcing. Und ganz im Sinne dieser Schwarmintelligenz habe ich mir erlaubt, den gesamten Artikel auf dem Wissen und den Erkenntnissen anderer aufzubauen. Natürlich mit durchgängiger Verlinkung zum jeweiligen Quellinhalt und angereichert mit meiner eigenen Meinung. Die Begriffserklärungen aus Wikipedia, die Videos aus Youtube, die Artikel aus Blogs…ok ein paar Inhalte aus 1.0 Websites und klassischen Medien wie Bücher und Fachzeitschriften waren auch dabei :-). Part I dieses Drei-Teilers möchte ich an dem Punkt beginnen, an dem Social Media seinen Ursprung hat, nämlich bei uns.

Der Mensch – The social individual
Wer sind wir eigentlich? Richtig, Menschen!
Was sagt Wikipedia dazu? Der Mensch als soziales Wesen …. the social individual:

“Selbstbewusstsein, Identität und die Fähigkeit zum Denken entwickelt der Mensch erst innerhalb und mithilfe sozialer Beziehungen. Dementsprechend sind Individuum und Gesellschaft prozesshaft verwoben und bedingen sich gegenseitig.”

Hmm “social” steckt uns also im Blut und wir sind von der Gesellschaft abhängig, um zu denken und zu lernen. Und was sagt Wikipedia zum Begriff Gesellschaft?

„Als Gesellschaft bezeichnet man in der Soziologie allgemeiner eine durch unterschiedliche Merkmale zusammengefasste und abgegrenzte Anzahl von Personen, die als soziale Akteure miteinander verknüpft leben und direkt oder indirekt interagieren […] Gesellschaft bedeutet wörtlich den Inbegriff räumlich vereint lebender oder vorübergehend auf einem Raum vereinter Personen.“

Bevor es also die digitalen Hilfmittel erlaubten, war eine Gesellschaft, eine auf einen gemeinsamen physischen Ort vereinte Anzahl von Personen. Durch Social Media werden den Menschen jedoch seit einigen Jahren virtuelle Räume bzw. Plattformen zur Verfügung gestellt, auf denen sie das machen können, was sie bereits in der physischen Welt taten bzw. tun:

Social Media  bezeichnen digitale Medien und Technologien (vgl. Social Software), die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten.[…] Als Social Media werden alle Medien (Plattformen) verstanden, die die Nutzer über digitale Kanäle in der gegenseitigen Kommunikation und im interaktiven Austausch von Informationen unterstützen.

Social Media lassen sich in zwei Kategorien einteilen

  • In Social Media mit dem vorherrschenden Ziel der Kommunikation
  • In Social Media, die zwar zur Kommunikation eingesetzt werden, der Fokus jedoch auf dem Inhalt liegt, welchen die Nutzer generieren, bearbeiten und miteinander austauschen. (Siehe auch User Generated Content)“

Das Erste was ich nach dieser Einleitung festhalten möchte: Es macht nur Sinn das Phänomen Social Media ganzheitlich zu betrachten, um es wirklich zu verstehen! Beginnend mit dem Einfluss auf Individuen und in Folge dessen auf Gesellschaft und auf Unternehmen

Was möchte das Individuum? Vernetzung, Erregung und Bewertung!

Ein Zitat von Professor Peter Kruse, welcher das Unternehmen mit einem sozialen Gehirn vergleicht, lautet wie folgt:

„Und wenn man sich das Gehirn mal anschaut, dann wird auf einer relativ hohen Abstraktionsstufe eigentlich sichtbar, dass das Gehirn drei Grundkomponenten versucht zu erfüllen:

  1. Die eine Grundkomponente ist die Vernetzung. Eines können Sie sicher sagen: Ein System wird nicht intelligent, wenn Sie das System nicht in seiner Vernetzungsdichte erhöhen. Also Vernetzung ist ein Faktor der Intelligenz im Gehirn.
  2. Der zweite Faktor, der im Gehirn immer eine Rolle spielt, ist Erregung, Aufmerksamkeit. Wenn Sie das System nicht unter energetische Erregung setzen, dann finden keine Lernprozesse statt.
  3. Und der dritte Faktor, der meistens etwas in den Hintergrund gerät, aber von existentieller Bedeutung ist, ist der Faktor der Bewertung.
    Wenn wir also Systeme haben wollen die intelligent sind, brauchen wir im Prinzip Vernetzung, Erregung und Bewertung.“

Da ich (den sehr inspirierenden) Professor Kruse in diesem Artikel noch des Öfteren zitieren und „einbinden“ möchte, ist es nur fair ihn mal vorzustellen:
Und bitte Wikipedia: „Peter Kruse (* 30. Januar 1955 in Osnabrück) ist ein deutscher Psychologe und Unternehmensberater. Kruse lehrt als Honorarprofessor für Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universität Bremen.“
(PS. Danke an meine Kollegen Miriam und Krischan, durch die ich auf Prof. Kruse aufmerksam geworden bin)

Da sich Prof. Kruse hauptsächlich mit der Anwendung seines Wissens auf Unternehmen befasst, werde ich speziell in Part III der Artikelserie auf ihn zurückkommen.
Ein kurze, aber umso wichtigere Erklärung, was in den letzten Jahren durch Computer, Internet und Social Media auf der Welt passierte und aktuell passiert, möchte ich Euch jedoch nicht vorenthalten. In dem Kurzclip wird das Phänomen der vernetzten Welt beschrieben, und ebenso der Anpassungszwang, welcher sich dadurch für Gesellschaft und Unternehmen ergibt:


Fazit:

  • Die Welt hat sich die letzten Jahrzehnte zu einem hochkomplexen, hochvernetzten System entwickelt. Durch Computer, Internet, Web 2.0 bzw. Social Media.
  • Um angemessen auf dieses hochvernetzte System zu reagieren und um Schritt zu halten, müssen sich Unternehmen (wie wir in Part III sehen werden), ebenso stark vernetzen.
  • Erst wenn man das grundlegende Prinzip hinter Social Media versteht, beginnend mit den Bedürfnissen eines jeden Individuums und die Auswirkungen von Social Media auf dasselbige, kann man es auf die entsprechenden Unternehmensfunktionen, wie Unternehmens-organisation, Produktentwicklung, Marketing, Personalwesen, usw., anwenden.
  • Jedes Individuum strebt nach Vernetzung, Erregung und Bewertung.

Das war Part I der Artikelserie Die Zeichen der Zeit stehen auf Social. Die Fortsetzung folgt (sobald ich Zeit dazu habe), mit folgenden Themen:

Part II: The Social Society
Part III: The Social Enterprise

Da natürlich auch für mich die o.g. Wünsche nach Vernetzung, Erregung und Bewertung gelten, freue ich mich über jeden neuen Kontakt auf Xing oder Facebook, Anregungen und Feedback hier in den Blog-Kommentaren….und natürlich Teilen dieses Artikels ;-).

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