Die Zukunft von Google+ für Automotive Brands // Part II

Google Plus is not Facebook

Google Plus is not Facebook (Foto Eigene Darstellung)

Seit November können sich Firmen über eigene Pages auf Google+ präsentieren. Die Automobilhersteller waren unter den ersten, die den neuen Kanal zur Kommunikation nutzten. In Part I des Artikels haben wir gesehen wo Google+ heute steht und welche User sich dort vornehmlich bewegen. Aber welche Content-Strategie führt in eine neue Richtung, damit Google+ nicht zu Facebook #2 wird…

Es zeigte sich, dass TOYOTA mit seinen über 17.000 Followern derzeit das Feld der Automobilhersteller auf Google+ anführt. Direkt dahinter Toyota USA mit über 15.000 Followern. Was verwunderlich ist: Ford USA, der beliebteste Autobauer in den USA, liegt 12.000 Follower hinter der US-Page des japanischen Autobauers. Woran liegt das?

Schlüssel zum Erfolg: Die Content Strategie …und die Art der Kommunikation.
Die Content-Strategie der beiden Kanäle scheint ähnlich: Ein bunter Themenmix mit wenig Text, viele Bilder von neuen Modellen oder Messeauftritten, einige Video-Clips von neuen Technologien, Design-Projekten, Testimonials und Zukunftsvisionen. Dazu immer wieder mehr oder weniger involvierende Fragen an die Follower. Was besonders bei Toyota auffällt: Die besondere Sparsamkeit mit Text und die lockere Tonalität in den Posts:

„Toyota USA would like to wish you a safe and happy holiday season. What are you doing to kick back and relax with friends and family?“

Vielleicht ist es diese persönliche, unaufdringliche, nicht allzu selbstbezogene Art der Kommunikation, welche Toyota diese Sympathie und den Fan-Vorsprung bringt.
Unterstützend hinzu kommt sicher die Tatsache, dass auf der Homepage von Toyota USA Directlinks auf die Social Media Kanäle verweisen, bei Ford USA hingegen nicht. Bei Millionen von Zugriffen auf die Homepage im Jahr, ist dieser Faktor nicht zu unterschätzen. Es ist wohl am Ende ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren, das Toyota USA den enormen Follower-Vorsprung verschafft hat. Welcher Faktor hat Eurer Meinung nach den Ausschlag gegeben?
Apropos persönliche Kommunikation: Wie die W&V Mitte November schon richtig festgestellt hat:

„…trockene Presseinfos alleine werden  nicht ausreichen, um die Massen zu erreichen. Das Video von Dieter Zetsche zeigt, dass es die persönlichen Botschaften sind, die sich in dem Netzwerk verbreiten.“

Dieter Zetsche auf Google+

Dieter Zetsche auf Google+ (Foto Eigene Darstellung)

Ist das der Grund, warum Mercedes-Benz knapp hinter Toyota USA international auf Platz 3 ist? Dass der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche die Google+ User persönlich begrüßt hat? Klar! Denn, egal ob man das für ungewöhnlich halten mag, so etwas wird geshared. Das war wirkliche Kommunikation auf Augenhöhe und der erfolgreichste Post aller Automotive Pages bisher auf Google+.
Und deswegen scheint es nur logisch, dass nicht eine Marke die meisten Followern unter den Automobilisten hat, sondern eine Person: Scott Monty, der branchenbekannte Head of Social Media der Ford Motor Company hat mit 22.000 Followern mehr als Audi, BMW, Mercedes-Benz, VW und Ford zusammen! Meine Meinung: Persönliche und authentische Kommunikation wird dauerhaft gewinnen.

Richten wir den Blick direkt auf Deutschland, so ist ein TOP10 Ranking bisher noch nicht möglich, denn nur sechs Automobilhersteller sind mit einer deutschen Präsenz auf Google+ vertreten. Wobei Renault und Mitsubishi bisher lediglich einen content-freien Account aufzuweisen haben. Interessant ist, dass Mercedes bisher auf einen deutschen Kanal verzichtet.
Gemessen an den Follower-Zahlen in etwa auf gleicher Augenhöhe, dreht sich auf dem Audi-Kanal der Content um Zukunftsthemen. Bei BMW findet man vor allem Bilder von neuen Modellen und Fahrzeugstudien. Auf der Opel Seite sind bisher nur vier Posts vorzufinden und noch keine Content-Strategie erkennbar.

Fazit

  • Mit 60.000 Millionen Nutzern birgt Google+ für die Hersteller genügend Potential, um auch in  2012 in diesen Kommunikations-Kanal zu investieren
  • Google+ avanciert zu einem privateren Netzwerk als es Facebook ist, Circles machen’s möglich.
  • Google+ User sind mehr Twitter als Facebook: Also eher Blogger und Brancheninsider, darunter viele Influencer und Meinungsführer mit tausenden Followern.
  • Internationale Automotive Pages sind bereits zahlreich vorhanden, lokale Länder-Pages weniger.
  • Die Follower-Zahl bewegt sich bei den TOP Automotive-Pages durchschnittlich im mittleren vierstelligen Bereich.
  • Hinsichtlich der Art der Kommunikation kann man vom Klassenprimus Toyota sicher lernen. Memo: weniger Text …wird mehr gelesen.
  • Relevante und persönliche Posts werden werden von den Followern sehr gut aufgenommen und mit Shares belohnt.

The Future
Die Entwicklung von Google+ wird 2012 weitergehen. Welcher Autohersteller in 2012 am besten auf dieser Plattform fährt wird sich zeigen.
Welche Content-Strategie man auch wählt – ob ein einzelnes Thema besetzen oder einen Themenmix spielen – den Unternehmen muss es gelingen, exklusive Inhalte zu liefern und einen authentischen Dialog mit den Influencern und Bloggern auf dem Netzwerk zu führen. Auf Facebook bereits veröffentlichen Themen und Gewinnspiel-Aktionen auf Google+ zu wiederholen, macht keinen Sinn.
Die für die Zielgruppe wirklich spannenden Themen sind alle im Unternehmen vorhanden! Zum Beispiel zukünftige Entwicklungen und Produkte. Bisher ist es jedoch vielfach die Fachpresse, welche die Endkunden zuerst darüber informiert. Ein Kanal wie Google+ bietet die Chance für Automotive-Unternehmen sich ein Stück zu emanzipieren und einen direkten Draht zu Influencern aufzubauen.
Aber: Die Kommunikation muss echt und schnell sein. Um das zu erreichen, muss das Unternehmen richtig aufgestellt sein! Um lange Abstimmungsprozesse zu vermeiden wird in Zukunft eine direkte Anknüpfung der Kommunikatoren an die Entscheider unumgänglich…wenn es nicht der Entscheider selbst ist, der kommuniziert @Scott Monty.

Eure Meinung?

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