Das neue Mobil-Portal von VW: so brav wie der VW Golf.

VW Mobile-Portal - Homepage

Homepage (Foto VW Website)

Nach Mercedes-Benz PKW hat jetzt auch die PKW-Sparte von Volkswagen ein neues Portal für Smart- und Featurephones ins Rennen geschickt. Das Portal erfüllt das, was man von der Marke Volkswagen erwartet: Es ist klar gegliedert, ohne große Stärken und Schwächen, handwerklich auf solidem Niveau. Kurz: So brav wie ein VW Golf.
Was überrascht sind die geringe Informationstiefe und ein unerwarteter Medienbruch.

Umfeld
Die Mobilportale der Wettbewerber Audi, BMW und Porsche sind schon seit längerer Zeit live. Alleine Mercedes-Benz launchte sein Mobile Brand Portal erst vor einigen Monaten – im Mai. Die mobile Markenplattform von VW stößt also in ein interessantes und umkämpftes Wettbewerbsumfeld.

 

Gesamteindruck
In drei Worten zusammengefasst: klar, aufgeräumt und ordentlich. Vielleicht etwas zu clean und antiseptisch. Wie auch im stationären Internet haben sich auch im mobilen Umfeld plakative Teaserflächen auf der Homepage durchgesetzt. Die Slider-Funktion der Teaser funktioniere zum Launch auf dem iPhone 4 noch nicht.

Umfang
Für ein neu gelaunchtes Markenportal ist der Gesamtumfang der Inhalte und Services dünn.  Auf der Hauptnavigationsebene findet man die erwartete – und psymafreundliche – Modellübersicht. Daneben Menüpunkten die dem schnelltickenden Charakter mobiler Kommunikation gerecht werden: Angebote & Aktionen, Link zum Newsletter und ein News-Slider. Anders als bei den meisten Wettbewerben, findet man keine Informationen zur Marke VW. Hier wird vermutlich in Kürze nachgerüstet.

VW Mobile-Portal - Modellauswahl

Modellauswahl (Foto VW Website)

Technische Plattform
Aus der Mode gekommen sind Silolösungen für mobile Kommunikation, mit eigenen Content Management Systemen, Datenbanken und Redaktionsprozessen. Dieser teure, langsame und schwer zu beherrschende Systemansatz wird momentan durch zentrale Content und Service Hubs ersetzt. Sie stellen dem mobilen Kanal existierende Datenquellen, Services und Applikationen günstig, zentral und ohne Zeitverzögerung direkt zur Verfügung. Als „Single Point of Content“.

Welchen Ansatz VW wählt, ist in Evaluation. Fakt ist, die VW AG verwendet Day Communiqué als CMS. Und VW wäre gut beraten, auch Day CQ als technische Grundlage für das Managen des mobilen Contents zu nutzen. Insbesondere, wenn es um den Rollout in die 79 VW-Märkte geht.

Vermisst wird

Kein Konfigurator, das Herzstück der Automotive Marketing. Nur ein Softkonfigurator, über den sich Modell, Farbe und Felge variieren lässt.
So gut wie keine Markeninformationen oder markenbildende Inhalte wie Erlebniswelt oder Historie.
Sehr wenige Möglichkeiten zur direkten Interaktion des Kunden mit VW.
Keine Multimedia- und  Rich Media-Inhalte, wie Clips, Filme oder Animationen.
Keine mobilspezifischen Inhalte wie Wallpaper, Klingeltöne oder Ähnliches.
Bis auf eine Funktion in der Händlersuche keine LBS (Location Based Services). Aber auch hier hinken die Wettbewerber den Mobile-Potenzialen noch hinterher.

Was überrascht
Ein unerwarteter Medienbruch: Broschürenbestellung, Probefahrtanfrage und Newsletter-Bestellung muss der Kunde telefonisch abwickeln. (telefonisch?)
Und eine coole Funktion, unten auf den Seiten, mit der man das Layout von positiv auf negativ umschalten kann. So ähnlich wie der Tag- und Nachtmodus beim TomTom.

Fazit
Jeder kennt das Benchmarking der Psyma Group AG der stationären Website der Automobilhersteller. Psyma befindet sich mitten in der ersten Welle eines Benchmarking der mobilen Websites. Mit dem Launch des mobilen Markenportals ist VW ein Schritt nach vorne gelungen. VW muss in Bereichen wie Konfigurator, Interaktion und Umfang stark nachrüstet, um dort eine Chance auf einen Platz unter den Top 3 zu haben.